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Bulgarische Volkskunst - Nestinari
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Bulgarische Volkskunst - Nestinari
6 Juni 2007 -
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Heute möchten wir Sie mit dem uralten Brauch der Nestinari - der Feuertänzer - bekannt machen. Jeder Bulgare hat schon mal etwas über diese altertümlichen Tänze auf der Feuerglut gehört. Doch, nur wenige durften sie live miterleben, denn sie werden nur einmal im Jahr, am Tag der Heiligen Konstantin und Elena am 21. Mai im Strandscha-Gebirge, im äußersten Südosten des Landes, vollführt.

Es ist nicht bekannt, seit wann genau der originelle Brauch der Feuertänzer im südöstlichen Strandscha-Gebirge existiert. Bis Ende des 19. Jahrhunderts war es in zahlreichen Dörfern dieser an das Schwarze Meer grenzenden Region verbreitet. Doch nach der blutigen Niederschlagung der bulgarischen Aufstände gegen die türkische Fremdherrschaft Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts war der Brauch fast in Vergessenheit geraten. Er überlebte nur in der Tradition jener Dörfer, die in den entferntesten Winkeln dieses unzugänglichen Gebirges liegen. Von den früher über 30 Dörfern sind bis heute nur zwei geblieben, die bis heute noch diese uralte Tradition der Nestinari wachhalten - Balgari und Kosti. Dort gilt der Tag der heiligen Konstantin und Elena als das größte Fest im Jahr.

Aber wieso besteht eigentlich eine Verbindung zwischen dem Feiertag christlicher Heiliger und dem vorchristlichen Feuerkult? Die Antwort ist in der antiken Geschichte zu finden. Die Antike gibt uns Aufschluss über die Verbindung zwischen dem heidnischen Feuertanzbrauch und den christlichen Heiligen Konstantin und Elena. Kaiser Konstantin I galt als großer Verehrer der reinigenden Kraft des Feuers. Diesem Kult blieb er sein Leben lang treu, obwohl er das Christentum im ganzen Römischen Reich eingeführt hatte. Dafür wurde er auch heilig gesprochen. Kaiser Konstantin soll den Feuertänzern trotz der neuen Religion auch weiterhin erlaubt haben, ihren Brauch zu pflegen. Daher gilt er bis heute noch als der Schutzheilige der Feuertänzer.

Die Erforschung der Feuertänze in solch abgelegenen Dörfern, wie Balgari, war früher dadurch erschwert, dass man dort am Tag der heiligen Konstantin und Elena nur ungern Außenstehende zuließ. Nur die Dorfbewohner durften die Ekstase der Feuergluttänzer miterleben. Und trotzdem gelang es einigen Folkloristen, diese Magie zu beobachten, zu erforschen und zu beschreiben. Einer der ersten unter ihnen ist der namhafte bulgarische Schriftsteller Petko Slawejkow, dem wir eine Beschreibung aus dem Jahre 1866 verdanken. Folgendes hat er in einem Reisebericht geschrieben: "Zunächst war die ästhetische Neugier. Zum ersten mal sah ich einen Tanz auf der Glut in einem Weinkeller. Der Nestinaritanz begann sehr plötzlich. Es gingen die Lichter aus, nur die funkelnde Glut spendete Licht, der Dudelsack ertönte mit einem schrillen Laut, auf der Pauke wurde dumpf getrommelt. Die Feuertänzer bewegten sich wie Außerirdische auf der heißen Glut. Das Erlebte war so stark, so faszinierend, dass mich der Wunsch überwältigte, das Strandscha-Gebirge, wo die Ursprünge der Feuertänze liegen, nie,wieder zu verlassen.

Mit dem Feuertanz sollten Gesundheit und Fruchtbarkeit beschworen werden. Die Nestinari - die Feuergluttänzer also, sind gewöhnlich Frauen und sehr selten Männer. Die älteste Tänzerin galt früher als Hellseherin und ihr Haus galt als heilig. Unter den Ikonen der Heiligen Konstantin und Elena, in einer kleinen Feuerstelle in ihrem Haus, wurde das ganze Jahr über das Feuer für den rituellen Tanz am 21. Mai sowie die große Trommel, unter deren dumpfen Klängen die Tänzerinnen in die Glut stiegen, aufbewahrt. Es hieß, dass während des Feuergluttanzes die Nestinari die läuternde Kraft des Feuers übernehmen können. Dem religiösen Glauben nach waren die Feuertänzer vom Geist der heiligen Beschützer dieses altertümlichen Brauches Konstantin und Elena gestärkt und geleitet.

Der Feuertanzbrauch am 21. Mai war und ist bis heute noch eigentlich der Höhepunkt eines Festes. Die Vorbereitung darauf begann am frühen Morgen des Tages mit einem Dorfumzug mit den Ikonen der Heiligen Konstantin und Elena, die im Haus der ältesten Feuertänzerin das Jahr über aufbewahrt werden. Dann ertönte der Dudelsack, dann die Trommel, die funkelnde Wärme der Glut und die Ausrufe der Zuschauer steigerten die Ekstase der Tänzer. "Auf einmal überwältigt mich ein innerer Schmerz, der so stark ist, dass meine Hände und Füsse einschlafen und völlig unempfindlich werden", erzählte uns die älteste Nestinari-Tänzerin des Dorfes Balgari, Oma Slata. "Mein Herz rast, aber ich fühle mich wunderbar, wie von einem Nebel umgeben. Ich kann nicht deutlich sehen. Zunächst kreise ist um die Feuerstelle und fühle plötzlich instinktiv, wann ich meinen Tanz beginnen soll. Ich verspüre die Unterstützung der Heiligen Konstantin und Elena und dann kann mich niemand mehr davon abhalten, in die Glut zu steigen", erzählte Oma Slata.

Redaktion: Vessela Vladkova
Radio Bulgarien



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